Hitchcocks: Der Geist vergangener 5-Sätzer

Das Rückrundenspiel gegen MS Lerbermatt am 04.03.2017 in unserer Heimhalle Turnhalle Matte, Bern versprach schon vor dem Spiel viel Spannung und Emotionen. Mit gewisser Wut im Bauch und bis in die Haarspitzen motiviert, wollten wir die bittere Niederlage aus dem Hinspiel wieder gut machen.

 
Von Beginn an brachten wir viel Druck im Service und eine gehörige Portion Selbstbewusstsein auf das Feld. Das Resultat fiel dementsprechend nach der ersten Rotationsreihe mit 14:6 deutlich für uns aus. In der Folge verwalteten wir mit wunderbaren Angriffen und souveränem Side-Out Spiel den Vorsprung aus der Startphase. Der erste Satz endete nach 19 Minuten mit 25:18 für uns. Das Revier war markiert.
 
Im zweiten Satz begannen wir mit einigen Veränderungen in der Startaufstellung, ohne dass in irgendeiner Form ein Qualitätsverlust drohte. Weiter waren wir voll motiviert und erspielten uns schöne Angriffe. Da jedoch MS Lebermatt sich nun auf unsere traumhaft herausgespielten Angriffe einzustellen wusste, entwickelte sich ein spannender Kampf um jeden einzelnen Punkt. Beide Teams zogen ihr Maximum an Time-Outs. Hitchcock hätte keinen besseren Thriller erfinden können. Schwierige Entscheidungen für das Schiedsrichterduo, lange Ballwechsel, hitzige Diskussionen. Es wurde alles geboten. Am Ende entschied jedoch MS Lebermatt mit einem wunderbaren Angriff den Satz nach 29 Minuten mit 31:29 für sich. Satzausgleich. Nicht schon wieder. Die Hinspielniederlage hat uns in Form eines Geistes bereits von der Zuschauerbank zugezwinkert.
 
Für den dritten Satz stellte Coach Alex das Team wieder um, damit sich MS Lebermatt wieder neu auf unsere Angriffe abstimmen musste. Es entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch bis Satzmitte. Ab dann funktionierte unser Verteidigungs- und Angriffsspiel wieder einwandfrei. Punkt um Punkt konnten wir für uns gutschreiben. Am Ende resultierte die 2:1 Satzführungen nach weiteren 21 Minuten und einem erneuten 25:18.
 
MS Lebermatt niedergerungen? Schaulaufen im vierten Satz? Fasnachtsstimmung auch auf dem Feld? Wir begannen unverändert zum vorherigen Satz, doch wurden wir plötzlich in die Rolle des Zuschauers gedrängt. 2:7 stand es, als Alex das erste Time-Out nehmen musste. Und wie aus dem Nichts stand er da, von der Zuschauerbank aufgesprungen, dieser Geist vergangener 5-Sätzer: „Wie wäre es mal wieder mit einem 5-Sätzer“ flüsterte er in zittriger Stimme und klopfte auf unsere Schultern. „Ihr seid ja schon Ligameister! Nicht so geizig! Teilt doch mal die Punkte!“ fuhr er bestimmender fort und liess ein paar Pechtropfen auf das Feld regnen. Gänsehaut machte sich bei uns breit. Obwohl wir mit Alexs aufmunternden Worten gegen diesen Geist vergangener 5-Sätzer anspielten, konnten wir den Rückstand vom Satzbeginn nicht mehr aufholen. MSL glich nach 23 Minuten mit 25:20 zum 2:2 aus.
 
Nicht schon wieder. 5 Sätze. Bitte nicht wie im Hinspiel verlieren. Also los! Hubschraubereinsatz, Telefonanruf, Abeschutte, Ligameister, egal wie. Bereits mit den ersten drei Punkten setzten wir eine so kräftige Duftnote, dass es dem Geist vergangener 5-Sätzer zu viel wurde. Er verschwand und wir spielten wie befreit auf. In den kommenden Minuten liessen wir nichts mehr anbrennen. Unser Wille hat im letzten Satz den Unterschied gemacht. 15:8 und somit der 3:2 Sieg nach insgesamt 120 Minuten für uns. Den Geist vorerst verjagt.
 
Spieltelegramm
Herre 1 Volley Muri Bern : MS Lebermatt 3:2 (25:18; 29:31; 25:18, 20:25; 15:8)
 
Für volley muri bern im Einsatz
Roland Gast (C), Matthias Kunz, Gianluca Greco, Damian Schmid, Christoph Zangger, Anthony Anello, Daniel Werner, Chris Nehrbass, Christian Stähli, Benjamin Recke.
Coach: Alexander Fischer
Es fehlten: Niklaus Wüthrich
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